Che ci faccio qui

Mit einem Text (ital.) und einem Beiblatt mit Übersetzungen (dt./frz./engl.).
40 Seiten mit 20 SW-Abbildungen.
Gebunden Leinen, 15,5 × 21,5 cm.
2009
ISBN 978-3-907474-64-8
CHF 29.– / EUR 24.–

Die beiden Tessiner Marco Zürcher und Matteo Terzaghi, die seit 1995 zusammen auf Entdeckungsreisen in die weissen Flecken der Wahrnehmungstopografie vor und hinter gegebenen Bildern und Worten gehen, finden in alten Büchern und Zeitschriften des 20. Jahrhunderts, was in der heute erreichten medialen Verfügbarkeit sämtlichen Alltagswissens verloren ging: die Möglichkeiten eigener Deutungen, individueller Lesarten und persönlicher, heimlicher Expeditionen in die Welt, die uns immer fremd bleiben wird, auch wenn wir alles über sie zu wissen glauben.

Dieses Aufsammeln und Kombinieren der unzähligen Möglichkeiten unseres Lebens spielt sich im neuen Buch anders ab als in den vorhergehenden Bildensembles: Hier wird der Mensch in historischen Bildzeugnissen ohne weitere Einflüsse der Künstler als Reisender im Unbekannten mit seiner Kleinheit und eigentlichen Bedeutungslosigkeit gezeigt: Er dient vor allem als Massstab in grandiosen Landschaften und uralten Baudenkmälern. Der Betrachter liest die Geschichten dazu direkt aus der Reihe der sachlich-emotionslosen Bilder ab, erfindet und erklärt sich seine eigene Welt und ordnet sich ein. Seine Empfindung wird nach dem Bild und dessen Deutung zum dritten Element, zum Erleben. Erst am Schluss des Buches bestätigen Matteo Terzaghi und Marco Zürcher in kurzen Worten die Absicht der Expedition:

«[...] Der Mensch tritt als Vergleichswert in die Landschaft ein, als Masseinheit, aber es stellt sich ein Unbehagen ein: Er selber ist mindestens durch sein Denken Teil des Unendlichen, also des Nichtmessbaren. Was mache ich hier? […]»