Stephan Fiedler

Stephan Fiedler, geboren 1963 in Stuttgart, studierte Grafik und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München und Kommunikationsdesign an der Folkwangschule / Universität Essen. Neben dem Kunststudium in München arbeitete er im Studio für Druckgrafik von Karl Imhof. Die Beschäftigung mit grafischen Techniken führte mehr und mehr zu einem tieferen Interesse für die Verbindung von Bild und Text und insbesondere dem Künstlerbuch. 1992 mehrmonatige Mitarbeit bei Limestone Press/Hine Editions in San Francisco. Seit 1993 lebt und arbeitet Stephan Fiedler als freiberuflicher Grafiker in Berlin. Er hat zahlreiche Ausstellungskataloge, Künstlerbücher und Editionen gestaltet, seit 1999 immer wieder auch für Edizioni Periferia. Seit 2012 übernimmt er regelmäßig Lehraufträge für Typografie an der HTW Berlin im Fachbereich Kultur und Gestaltung.

Marc-Antoine Fehr

Marc-Antoine Fehr (1953) führt als Maler eine Familientradition fort. Er ist der Sohn der Malerin Marie-Hélène Clément und ein Enkel des Waadtländer Malers Charles Clément. In Zürich aufgewachsen, brachte sich der vielseitig begabte und interessierte Fehr das Handwerk selbst bei, wobei er einiges im Atelier der Mutter lernte.

Bei Marc-Antoine Fehr ist das Bedeutungsvolle kaum vom Alltäglich-Banalen zu trennen. Dafür nimmt er das Gegenständliche in seiner ganzen Materialität zu ernst. Unter den als Bildmotiv ausgewählten Objekten gibt es keine Hierarchie. Fehr liebt es im Gegenteil, allfällige Rangordnungen zu erschüttern, indem er das Massstabsverhältnis verkehrt und Grosses klein und Kleines gross erscheinen lässt. Er ist gewiefter Inszenator und versteht es, bedrängende Themen im Schauspielhaften zu verfremden.

SIK ISEA, Caroline Kesser, 1998, aktualisiert 2015

Charles Wyrsch

Charles Wyrsch, 1920 in Buochs geboren, begann 1935 eine Flachmalerlehre bei seinem Vater. 1939 bis 1943 lernte er auf der Kunstgewerbeschule Luzern bei Max von Moos und Werner Hartmann. Während der anschliessenden Ausbildung an der Ecole des Beaux-Arts in Genf entstanden erste Landschaften und Selbstporträts. 1946 bis 1949 folgte der Besuch der Kunstgewerbeschule Basel. Auf Anraten Walter Bodmers zog Charles Wyrsch 1949 nach Paris und studierte an der Académie André Lhote. 1953 heiratete er Edith Hug und liess sich in Lachen nieder; 1960 folgte der Umzug nach Luzern, wo er 1957 eine erste Einzelausstellung hatte. Nach den Stilleben wandte Charles Wyrsch sich der Abstraktion zu; 1966 malte er unter dem Eindruck des frühen Todes seiner Tochter sein bekanntestes Werk, die Kreuzwegstationen, für die Piuskirche in Meggen. Am neuen Wohnort Kriens wandte sich Wyrsch Anfang der 70er Jahre wieder der Gegenständlichkeit zu und malte vor allem Rückenakte und Porträts in frostig kaltem Kolorit sowie religiöse Sujets, in immer reduzierterer Form. In der Zeichnung dominierten Porträts, Stilleben und Landschaften. Charles Wyrsch ist ein Maler mit einem klar abgegrenzten Kreis von Themen, die aus seiner tiefen Verwurzelung im zentralschweizerischen Umfeld wachsen. 1953 und 1960 erhielt Wyrsch Bundesstipendien, 1965 den Anerkennungspreis der Stadt Luzern und 1980 den Kunstpreis der Stadt Luzern. Einzelausstellungen zeigte das Kunstmuseum Luzern 1964, 1980 und 1996, das Kunstmuseum Olten 1983. Charles Wyrsch lebt noch heute in Kriens.