Charles Wyrsch

Charles Wyrsch, 1920 in Buochs geboren, begann 1935 eine Flachmalerlehre bei seinem Vater. 1939 bis 1943 lernte er auf der Kunstgewerbeschule Luzern bei Max von Moos und Werner Hartmann. Während der anschliessenden Ausbildung an der Ecole des Beaux-Arts in Genf entstanden erste Landschaften und Selbstporträts. 1946 bis 1949 folgte der Besuch der Kunstgewerbeschule Basel. Auf Anraten Walter Bodmers zog Charles Wyrsch 1949 nach Paris und studierte an der Académie André Lhote. 1953 heiratete er Edith Hug und liess sich in Lachen nieder; 1960 folgte der Umzug nach Luzern, wo er 1957 eine erste Einzelausstellung hatte. Nach den Stilleben wandte Charles Wyrsch sich der Abstraktion zu; 1966 malte er unter dem Eindruck des frühen Todes seiner Tochter sein bekanntestes Werk, die Kreuzwegstationen, für die Piuskirche in Meggen. Am neuen Wohnort Kriens wandte sich Wyrsch Anfang der 70er Jahre wieder der Gegenständlichkeit zu und malte vor allem Rückenakte und Porträts in frostig kaltem Kolorit sowie religiöse Sujets, in immer reduzierterer Form. In der Zeichnung dominierten Porträts, Stilleben und Landschaften. Charles Wyrsch ist ein Maler mit einem klar abgegrenzten Kreis von Themen, die aus seiner tiefen Verwurzelung im zentralschweizerischen Umfeld wachsen. 1953 und 1960 erhielt Wyrsch Bundesstipendien, 1965 den Anerkennungspreis der Stadt Luzern und 1980 den Kunstpreis der Stadt Luzern. Einzelausstellungen zeigte das Kunstmuseum Luzern 1964, 1980 und 1996, das Kunstmuseum Olten 1983. Charles Wyrsch lebt noch heute in Kriens.

Erwin Wurm

Erwin Wurm, geboren 1954 in Bruck an der Mur (Österreich), studierte zuerst Kunstgeschichte und Germanistik in Graz, anschliessend Kunst- und Werkerziehung am Mozarteum in Salzburg und bis 1982 Gestaltungslehre im Bereich Bildhauerei bei Bazon Brock an der Wiener Hochschule für angewandte Kunst sowie an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Anfang der 80er Jahre fertigte er vornehmlich Skulpturen aus Holz, Blech und Alltagsgegenständen, die er mit Blei und Farbe überzog. Im weiteren Verlauf seines Schaffens verzichtete er zuweilen ganz auf stabile Materialität und erweiterte den Skulpturbegriff, unter anderem mit seinen Staubobjekten und den «One Minute Sculptures» in den 90er Jahren, bei denen das Publikum zum Teil des temporären Werks wurde. Seit fast 30 Jahren erkundet Erwin Wurm die Grenzbereiche zwischen den verschiedenen Ebenen von Aktion, Performance und Skulptur, übersetzt die Skulptur in die Alltags- und die zeitgenössische Medienwelt. Durch diesen im umfassenden Sinne populären Ansatz gelingt Erwin Wurm eine zeitgemäße Ausweitung seines künstlerischen Denkens und Handelns auch auf Bereiche wie Mode, Werbung und Konsum einerseits und Philosophie, Politik und Kunstbetrieb andererseits. 2008 gestaltete er zum Beispiel lebende Skulpturen für das französische Traditions-Luxuslabel Hermès. Seit 2002 lehrt Erwin Wurm als Professor für Bildhauerei/Plastik und Multimedia am Institut für Bildende und Mediale Kunst der Universität für Angewandte Kunst Wien. Er lebt und arbeitet in Wien und New York.

Andrea Wolfensberger

Andrea Wolfensberger, 1961 in Zürich geboren, studierte bis 1984 an der Ecole Supérieure d’Art Visuel in Genf.

1985 arbeitete sie in der Cité Internationel des Arts, Paris; 1988 (sowie 1992) erhielt sie das Bundesstipendium, das Kiefer-Hablitzel-Stipendium (wie auch 1989 und 1990) sowie das Stipendium der Stadt Zürich, 1993 das Stipendium des Kantons Zürich. 1991 und 1992 arbeitete sie im Istituto Svizzero di Roma. 1993 bis 1995 lehrte sie an der Fachhochschule für Gestaltung, Bern; von 2001 bis 2003 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2004 hat sie einen Lehrauftrag an der Hochschule der Künste Bern. Seit 1986 hatte sie zahlreiche Ausstellungen, vor allem in der Schweiz und in Deutschland, und realisierte Arbeiten im öffentlichen Raum und als Kunst am Bau. Im künstlerischen Diskurs zum Thema Natur bezieht sie mit Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Video und Installationen eine sehr eigene, stringente Position, die naturwissenschaftliche Abstraktion und erzählerische Poesie vereint. Sie lebt und arbeitet in Waldenburg und Zürich.

Rolf Winnewisser

Rolf Winnewisser, 1949 in Niedergösgen geboren, wuchs in Luzern auf, besuchte 1968 bis 1971 die dortige Schule für Gestaltung und schloss als Grafiker ab. 1972, nach seiner Beteiligung an der documenta 5 in Kassel, arbeitete er bis 1974 als Zeichner in einem Alphabetisierungsprojekt in Niger. 1975 wandte er sich der freischaffenden künstlerischen Tätigkeit zu und setzte seine rege und bereits internationale Ausstellungstätigkeit fort. Er erhielt zahlreiche Stipendien, Werkjahre und Preise, unter anderem drei Mal das Eidgenössische Kunststipendium, sowie Lehraufträge, unter anderem an der Schule für Gestaltung und an der ETH in Zürich. Nach häufig wechselnden Wohnsitzen, unter anderem in Luzern, Zürich, Banjul, New York, Schongau, Rom und London, lebte er 1989 bis 1995 in Paris und danach in Birrwil, Kanton Aargau. Heute lebt und arbeitet er in Ennetbaden. Das breit gefächerte, sich scheinbar jeder Einordnung entziehende Werk des Zeichners und Malers umfasst Aquarell, Zeichnung, Radierung, Malerei, Objektkunst, Druckgrafik, Lithographie, Linolschnitt, Film und Konzeptkunst. 2006 erhielt er den Prix Meret Oppenheim des Bundesamts für Kultur. 2008 widmete das Aargauer Kunsthaus, Aarau Rolf Winnewisser eine erste grosse Retrospektive.

1972, nach seiner Beteiligung an der documenta 5 in Kassel, arbeitete er bis 1974 als Zeichner in einem Alphabetisierungsprojekt in Niger. 1975 wandte er sich der freischaffenden künstlerischen Tätigkeit zu und setzte seine rege und bereits internationale Ausstellungstätigkeit fort. Er erhielt zahlreiche Stipendien, Werkjahre und Preise, unter anderem drei Mal das Eidgenössische Kunststipendium, sowie Lehraufträge, unter anderem an der Schule für Gestaltung und an der ETH in Zürich. Nach häufig wechselnden Wohnsitzen, unter anderem in Luzern, Zürich, Banjul, New York, Schongau, Rom und London, lebte er 1989 bis 1995 in Paris und danach in Birrwil, Kanton Aargau. Heute lebt und arbeitet er in Ennetbaden. Das breit gefächerte, sich scheinbar jeder Einordnung entziehende Werk des Zeichners und Malers umfasst Aquarell, Zeichnung, Radierung, Malerei, Objektkunst, Druckgrafik, Lithographie, Linolschnitt, Film und Konzeptkunst. 2006 erhielt er den Prix Meret Oppenheim des Bundesamts für Kultur. 2008 widmete das Aargauer Kunsthaus Aarau Rolf Winnewisser eine erste grosse Retrospektive.

Max Wechsler

Max Wechsler, Jahrgang 1943, besuchte nach einer Lehre als Laborant die Schauspielschule und arbeitete als Regieassistent und Schauspieler, zuletzt 1968 bis 1971 am Stadttheater Luzern.

Anschliessend studierte er Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und promovierte 1991. Seit den Siebziger Jahren schrieb er als freischaffender Kunstpublizist und Übersetzer für schweizerische Zeitungen und internationale Kunstjournale und verfasste zahllose thematische und monographische Beiträge für Ausstellungskataloge und Bücher. 1991 erhielt er als Kunstvermittler das Werkstipendium der Eidgenössischen Kunstkommission; er kuratierte verschiedene Ausstellungen, unter anderem im Kunstmuseum Luzern. 1993 bis 2001 war er im Stiftungsrat der Stiftung Pro Arte (Bundesamt für Kultur). Bis 2005 lehrte er als Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern. Max Wechsler gelingt es in besonderer Weise, die Interpretation des Werks aus der Anschauung des Artefakts zu entwickeln. Seine Reviews, Aufsätze und Essays faszinieren durch ihre Qualität, das visuelle Ereignis der Kunst in der Wortsprache erlebbar zu machen. Max Wechsler lebt in Luzern.

Josephine Troller

Josephine Troller, 1908 in Luzern geboren, eröffnete als gelernte Modistin 1946 ein eigenes Hutatelier in Luzern. Erst zu dieser Zeit wandte sie sich mit Zeichnungen und Malerei der bildenden Kunst zu. Der Maler Max von Moos ermutigte sie dazu, sich 1956 für die Weihnachtsausstellung der Innerschweizer Künstler im Kunstmuseum Luzern zu bewerben. Die Kritik rückte die Künstlerin in die Nähe der «naiven Volkskunst». Erst 1970, nach mehreren Gruppen- und seltenen Einzelausstellungen, begann eine differenziertere Rezeption. Die existenziellen Themen der Künstlerin und ihre autonome Bildsprache wurden gerühmt und kritisiert. 1980 erhielt Josephine Troller den Kunstpreis der Stadt Luzern. Sie starb 2004 in Luzern; 2007 fand ihre erste grosse Retrospektive im Kunstmuseum Luzern statt.

Terzaghi & Zürcher

Matteo Terzaghi, Jahrgang 1970, studierte Philosophie an der Universität in Genf und schloss mit einer Arbeit über Nelson Goodman und die Sprachen der Kunst ab. Seit 1995 arbeitet er mit Marco Zürcher zusammen und fertigt Collagen, Installationen und Künstlerbücher im Grenzraum zwischen Bild und Schrift. 2003, 2005 und 2006 erhielt das Duo den Eidgenössischen Kunstpreis, 2009 den Manor-Kunstpreis Tessin.

Marco Zürcher, Jahrgang 1969, besuchte die Kunstgewerbeschule in Lugano und arbeitete anschliessend als Grafiker und Illustrator in London und New York. Seit 1995 arbeitet er mit Matteo Terzaghi zusammen und fertigt Collagen, Installationen und Künstlerbücher im Grenzraum zwischen Bild und Schrift. 2003, 2005 und 2006 erhielt das Duo den Eidgenössischen Kunstpreis, 2009 den Manor-Kunstpreis Tessin.

Peter Stobbe

Peter Stobbe, geboren 1951 in Büdingen (D), Künstler, Schriftsteller, Kunsttheoretiker, lebt in Hausen am Albis und ist seit 2008 Direktor der Kunstschule Liechtstein. Studium der Slavistik und Philosophie; Promotion mit einer Arbeit über den russischen Schriftsteller Velimir Chlebnikov. Gastprofessuren in Wuppertal und Bielefeld; langjähriger Leiter des Studiengangs Bildende Kunst und Co-Leiter des Studiengangs Kunst + Vermittlung sowie Professur an der Hochschule Luzern Design + Kunst. Neben seiner Ausstellungstätigkeit veröffentlichte er als Autor zahlreiche Bücher, vor «Atelier» zuletzt den Roman «Nach Delft gehen» (Lengwil 2001) und die Komödie «Wie die Dichterin Elfriede J. erst zum Aquarellieren und dann zum Ölmalen vorbeikam» (Stans 2005).

Steiner & Lenzlinger

Gerda Steiner (geb. 1967) und Jörg Lenzlinger (geb. 1964) leben und arbeiten seit 1997 als Künstlerduo in Uster. Nicht erst ihr «Fallender Garten» in der Kirche St.Stae zur 50. Biennale di Venezia (2003) sorgte für grosse internationale Aufmerksamkeit. Sie zeigen ihre Installationen in Museen und Ausstellungen rund um die Welt, in den USA, Japan, Frankreich, Australien, Brasilien, Holland, Deutschland, Russland und immer wieder an speziellen Orten in der Schweiz, zum Beispiel (2005) in der Stiftsbibliothek St. Gallen.

www.steinerlenzlinger.ch

Kathrin Sonntag

Kathrin Sonntag, 1981 in Berlin geboren, lebt und arbeitet dort. Sie studierte bis 2006 an der Hochschule der Künste Berlin (BA und MA) bei Prof. Lothar Baumgarten. Nach einem Stipendium der deutschen Studienstiftung zeigte sie Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien im deutschsprachigen Raum u. a. in London, Paris, New York, Miami. 2009 erhielt sie den Swiss Art Award sowie den Preis der Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung.

Sie studierte bis 2006 an der Hochschule der Künste Berlin (BA und MA) bei Prof. Lothar Baumgarten. Nach einem Stipendium der deutschen Studienstiftung zeigte sie Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien im deutschsprachigen Raum sowie in London, Paris, New York, Miami … 2009 erhielt sie den Swiss Art Award sowie den Preis der Dr. Georg und Josi Guggenheim Stiftung.