Adam Dant, 1967 in Cambridge geboren, studierte 1985 bis 1991 in Liverpool, Baroda (Indien) und am Royal College of Art in London, wo er seither lebt und arbeitet. Am College belegte er den Schwerpunkt Drucktechniken; sein Zeichenstil erinnert an die erzählenden, nachrichtlichen Aufgaben literarischer und journalistischer Kupferstiche, wie wir sie aus Zeitschriften und Büchern vorfotografischer Zeit kennen. Dants Stil wird öfter mit William Hogarths Werk in Beziehung gesetzt, der als bedeutendster englischer Maler des 18. Jahrhunderts und als Vorläufer der modernen Karikaturisten gilt. Adam Dant erhielt mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2002 den bedeutenden Jerwood Drawing Prize; seine Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen und Museen.
Kategorie: Künstler
Silvia Buonvicini
Silvia Buonvicini, 1966 in Zürich geboren, lebt in Zürich und Basel. Als Musikerin ist sie mit dem Duo «Knut & Silvy» bekannt, als Schauspielerin und Tänzerin arbeitete sie an Theatern in der Schweiz, Deutschland und Kanada, war von 1993 bis 2002 Mitglied der Gruppe «Klara» in Basel und spielte in Videoproduktionen von Philip Schmid und Beat Brogle. Als bildende Künstlerin arbeitet sie mit Performance, Zeichnungen, Installationen und Drucktechniken. 1996 begann sie mit installativen Arbeiten im Raum, erfand die fiktive Welt der Brenda Bolasz und eine Technik der Polygravur in Teppichen, – komplexe Arbeiten, die sich in verschiedenen Formen durch zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen ziehen. Ihre Ausstellung «Veines» im Musée Jenisch Vevey wurde als eine der besten Schweizer Ausstellungen des Jahres 2009 nominiert.
Balthasar Burkhard
Balthasar Burkhard, 1944 in Bern geboren und am 16. April 2010 dort gestorben, galt als der Doyen der zeitgenössischen Schweizer Fotografen.
Seine hauptsächlich schwarzweissen, von eigener Hand in grossen Formaten abgezogenen Arbeiten befinden sich in internationalen Museen und Sammlungen. Weltweit bekannt wurde sein 1997 begonnener Werkzyklus mit Luftaufnahmen von Metropolen: Tokyo, Mexico City, Chicago. Diesen minimalistischen Aufnahmen von den Strukturen der zivilisatorischen Molochs folgten unbewohnte Wüstenregionen und Berglandschaften. Er fotografierte Tierportraits in Originalgrösse, erkundete mit hyperrealistischem Blick die Landschaften des Körpers und den Regenwald des Amazonas.
Balthasar Burkhard zeigte erste Arbeiten 1970 in Jean-Christophe Ammanns bekannter Gruppenausstellung «Visualisierte Denkprozesse» im Kunstmuseum Luzern. Kurz darauf folgten erste Einzelausstellungen in Chicago und New York. Er zeigte seine Werke in vergleichsweise wenigen, konzentrierten Ausstellungen weltweit, zuletzt unter anderem in der Ausstellung SCENT OF DESIRE im Museum Bellpark in Kriens.
Andy Guhl
Andy Guhl (*1952, St. Gallen, Schweiz) spielte als Teenager Kontrabass und Schlagzeug. Mit 16 Jahren wandte er sich der Elektronik zu und begann mit Klängen zu experimentieren, die mithilfe der Schwachstrom- und Löttechnologie erzeugt wurden. Gleichzeitig nahm er klassischen Kontrabass-Unterricht. Er spielte zunächst mit verschiedenen Freunden in Duos; ab 1972 formierte er kleine Improvisationsensembles mit Gieri Battaglia, Norbert Möslang, Herbi und Bernhard Leuthold. Die Formation Möslang/Guhl trat zu Beginn an Amateurfestivals auf; 1977 nahm sie am Free Music Festival der Free Music Production in Berlin teil, wo das Album Deep Voices aufgenommen wurde. Andy Guhl war ausserdem Gründungsmitglied der ersten Musikerkooperative der Schweiz. 1984 ging aus dem Duo die Formation Voice Crack hervor, die zeitweise mit weiteren Musikern wie Stephan Wittwer, Carlos Zingaro und Günter Müller zusammenarbeitete.
Voice Crack begannen damit, alltäglichen elektronischen Geräten Geräusche zu entlocken, und prägten schliesslich den Begriff der „geknackten Alltagselektronik“. Durch die Manipulation dieser Objekte zur Klangerzeugung sprengten sie die traditionellen Grenzen zwischen Alltagsgegenständen und Musikinstrumenten sowie deren akustische Wahrnehmung. In den 1990er Jahren erweiterte das Duo seinen Aktionsradius und machte sich daran, akustische Phänomene in mehreren Installationen visuell darzustellen; dazu gehörte die Installation Sound Shifting, die es auf Einladung der Schweizer Kulturstiftung 2001 an der Biennale in Venedig zeigte. Ab 2002 experimentierte Andy Guhl auf eigene Faust mit immer innovativeren Installationen und unter Verwendung von audio-visuellen Rückkoppelungen in analogen elektronischen Systemen, die er The Instrument nannte, was soviel bedeutet wie erweiterte geknackte Alltagselektronik. „Für mich ist die Physik ein Baustein der Musik, der uns ermöglicht, das zu sehen, was wir hören“, sagt Andy Guhl.
Andy Guhl ist ein Sound Artist der ersten Stunde und gehört zu den europäischen Vätern der experimentellen elektronischen Musik. Als Mitglied der Formationen Voice Crack und Poire_Z beeinflusste er massgeblich mehrere Musiker- und Künstlergenerationen der internationalen Underground- und Noise-Bewegungen. Er hat über 30 Alben veröffentlicht und ist an künstlerischen Veranstaltungen und Ausstellungen in mehr als 20 Ländern aufgetreten.
Irene Bisang
Irene Bisang, geboren 1981 in Luzern, besuchte nach dem einjährigen Vorkurs und einem Aufenthalt in Schweden 1999 das Grundstudium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern. Sie studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Arno Rink und Neo Rauch. Von 2007 bis 2009 war sie Meisterschülerin bei Neo Rauch. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Berlin lebt und arbeitet die Künstlerin in Luzern. Seit 2007 stellt Irene Bisang regelmässig im In- und Ausland aus und ist u.a. Preisträgerin des Kiefer Hablitzel Preises (2009).